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Regensburg: im neuen Blog

Habe ein kleines Redesign gemacht und das Blog zu Wordpress verlagert.

Alles Neue (u.a. den heutigen Bericht aus Regensburg) gibt es ab sofort unter:

http://nachderkurve.wordpress.com
9.12.07 20:54


Pfaffenhofen: Einsatz für die Wurzelbürste

„Oha, der sieht aber noch stark aus. Bleib dran!!!“

Sonntagvormittag, halb 12 in Deutschland, genauer gesagt an der letzten Steigung in der letzten Runde beim Nikolauscrosslauf im oberbayerischen Pfaffenhofen... Der Krampus persönlich steht an diesem Anstieg und feuert jeden an, der dort noch laufend vorbei kommt. Das „bleib dran!“ gilt seinem Vereinskollegen. Und der „noch starke“ bin ich.

Danke für die Blumen! Sekundenbruchteile später ziehe ich – zu meiner eigenen Überraschung – ausgerechnet am steilsten Stück der Strecke nun einen Zwischenspurt an, der mir locker die Ehrenmitgliedschaft im sauerländischen Gebirgsverein bringen würde. Mein Kontrahent ist scheinbar so perplex, dass der Abstand schnell auf zwanzig, dreißig Meter anwächst. Gut, oben angekommen krieg ich zwar so gut wie keine Luft mehr, aber es reicht, bis zum Zieleinlauf rette ich mich noch irgendwie...

Aber eigentlich wäre ich ja heute in Tübingen um zusammen mit Dieter Baumann und ca. 1998 anderen Läufern durch die dortigen Wälder zu rennen. Nun waren die letzten Trainingswochen aber scheinbar etwas zu hart und so meldete sich dann in der vorletzten Woche doch glatt mal wieder meine rechte (Psycho-) Wade mit den üblichen Beschwerden. Damit dann diesen knochenharten Halbmarathon mit ca. 350 Höhenmetern laufen? Es erschien mir zu gefährlich. Überlegung hin, Überlegung her, hin, her, hin und wieder her... irgendwann hab ich den Lauf dann gecancelt – und was meint Ihr ist dann passiert? Genau, die Wade war am Tag drauf wieder absolut beschwerdefrei. Kopfschüttelnd hab ich es einfach akzeptiert.

Ausweichbeschäftigung an diesem Sonntag? Ein langer Lauf? Och nö, davon gibt es in diesem Winter noch so viele. Vielleicht ein Crosslauf? Da habe ich nie irgendwelche Muskelprobleme und einen Heidenspaß macht es auch noch. Zufällig finde ich da doch tatsächlich einen Lauf in meiner Nähe, den Nikolauslauf in Pfaffenhofen. Also fröhlich die Spikes ins Auto geworfen und ab die Post.

Selbstverständlich habe ich meine Mitläufer aus der näheren Umgebung zu diesem Event eingeladen. Immerhin waren die Ausreden akzeptabel, Knieprobleme bei Moister Maddin, Uli schwankte zwischen Plätzchenbacken und der mentalen Vorbereitung auf den Ismaninger Tunnelblick, Tom hingegen macht wahrscheinlich derzeit schon sein Geheimratstraining, um beim Schwarzwaldmarathon 2008 unter 3 Stunden zu laufen (um dann nachträglich aufgrund der im Auto vergessenen Startnummer disqualifiziert zu werden) und Schorschi musste leider krankheitshalber passen. Letzteres ist besonders schade, denn wir hätten bei diesem Rennen noch die alljährliche Südstadtmeisterschaft im Crosslauf austragen können.

Die Ausschreibung vermeldet: Spikes möglich. Eine unverzüglichst durchgeführte Streckeninspektion im Start-/Zielbereich ergibt dann allerdings, dass die 15er oder 12er-Nägel heute nicht wirklich Sinn machen würden. Denn alles was ich so beim Warmlaufen unter die Füße bekomme, benötigt keine Spikes. Feste, steinige oder knochentrockene Waldwege sowie zwei kurze Asphaltstücke. Ok, ok...

Erfreulicherweise hat sich im Übrigen der Winter heute aus dem Land der Bayern zwischenzeitlich verabschiedet, 8 Grad, frischer Wind und manchmal etwas Regen, also absolut ideal. Noch ein bisschen Warmlaufen und dann geht’s auch schon los, vielleicht so 80 – 100 Teilnehmer in unserem Lauf. Krampus persönlich schickt die Meute auf die Piste und die ersten Meter sind dann schon etwas eng und es bedarf erheblicher Konzentration, um hier nicht gleich aufs Näschen zu fallen. Wie bereits bekannt, beginnt der heutige Wettstreit mit einem festen Waldweg.

Zu laufen sind vier Runden a 1800 Meter und je 40 Höhenmeter. Die erste der beiden Steigungen kommt schnell, raus aus dem Wald, scharfe Kurve und bergan bei vollem Gegenwind raus aufs Feld. Uaah! Pfützen und Dreck, aber noch gut zu laufen. Gut 300 Meter später eine schicke Spitzkehre und der Rückenwind treibt uns leicht bergab zurück über den Acker. Nur der Weg ist uns dabei abhanden gekommen. Denn diese Matschpampe wäre auch mit 15er-Nägeln nicht besser zu bewältigen, eieieiei... gut, dass ich mir die Schuhe fest zugebunden habe. Am Waldrand ist dann Schluss mit dem Geschliddere, eine kurze Welle, und dann rechts runter in den Wald, laut Streckenkarte 13% Gefälle, Matsch, Wurzeln, Dreck – und die umliegende Läufergemeinde donnert halsbrecherisch an mir vorbei...

Kurze Doppelkurve und dann etwas gemäßigter bergab wieder am Wald entlang. Unten wieder eine 90-Grad-Kurve, nun wieder bergan, noch eine Kurve und dann kommt die harte Steigung, auf der die meisten der 40 Höhenmeter (bei 12% Steigung) wieder hochgewackelt werden müssen. Mittendrin steht der Krampus und feuert die Leute an... Oben angekommen noch ein paar flache Meter auf höchst unebenen Geläuf und dann nach weiteren Kurven zurück zum Sportgelände und dem dortigen Ziel.

Erste Runde, glatt 8 Minuten, also eines kann man schon jetzt sagen: die Strecke ist selektiv! Das hätte ich jetzt nicht unbedingt so erwartet, aber es macht diesen Lauf so richtig sympathisch. Genauso wie das ganze Drumherum, schön organisiert mit viel Engagement. Mein Puls hingegen bewegt sich schon ordentlich auf Betriebsniveau als es auf die zweite Runde geht. Hier gilt es jetzt erst einmal, die möglichen Gegner genau zu beobachten. Laufen ist jetzt gut möglich, das Feld ist schon weit auseinander. Runde 2 ist vorbei und ich bin schon fix und foxi, aber wenigstens habe ich meine Platzierung so einigermaßen gehalten.

Runde 3 ist oft die Schwierigste, diesmal jedoch nicht. Man gewöhnt sich an die komplizierten Abschnitte, weiß genau, in welchem Teil des Ackers man am wenigsten im Morast untergeht und auch das Bergablaufen in der Harakirischlucht ist mittlerweile Routine. Und da mich hier bergab niemand mehr überholt, gehe ich mal davon aus, dass die Anderen auch schon völlig am Ende sind.

Runde 4, es wird einsam, zum letzten Mal über den Acker, alles mittlerweile doch etwas langsamer aber ich halte meinen Rang. Und kann dann zum Schluss, wie eingangs schon erwähnt, noch einen Platz gut machen. Ab ins Ziel, irgendwas mit 33 Minuten, schön war's, lustig war's – und am Nachmittag durfte ich dann erstmal mit der Wurzelbürste den halben Acker von meinen Schuhen kratzen.

Also entgegen der ersten Vermutung ein echter Cross. Schön organisiert und sicherlich auch in den nächsten Jahren bestimmt häufiger in meinem Laufterminkalender...


2.12.07 18:53


Bräunlingen: Es gibt keine Trainingsmarathons

Warum nicht statt des ansonsten obligatorischen 35ers gleich einen ganzen Marathon laufen? Wohlgemerkt, nicht als sogenannten Trainingsmarathon. Denn so etwas gibt es zumindestens für mich nicht. Marathon ist Marathon. Immer spannend, immer eine Herausforderung. Und niemals nur Training.

Schon vor einiger Zeit kam das Gespräch auf den Schwarzwaldmarathon in Bräunlingen, südlicher Schwarzwald, gut 40 Kilometer vor Schaffhausen. Eine Tagestour, die um 5:15 beginnen und um 17:30 enden sollte. Ein Traditionslauf, ein sogenannter Klassiker im Laufkalender. Diese Veranstaltung ist doch tatsächlich älter als ich, erste Austragung war 1968.

Mit dieser Art von Läufen habe ich zumindest manchmal so ein kleines Akzeptanzproblem. Denn oft wirken diese Veranstaltungen etwas angestaubt und so manches läuft halt so wie immer. Teilweise ist das alles auch ein wenig spartanisch, denn früher waren die Läufer ja sowieso viel schneller, härter und bescheidener.

Nichstdestotrotz fröhlich pfeiffend um ca. 8:15 vor Ort aus dem Auto raus und das war bei 0 Grad schon ein wenig gewöhnungsbedürftig. Ausgabe der Startnummern und der Speziallaufsocken „made im Sauerland“ völlig unproblematisch und auch die Wahl der heutigen Laufkleidung war schnell erledigt. Kurz. T-Shirt und ganz kurze Hose. Denn sobald die Sonne rauskommen würde, wären 15 Grad dann kein Problem.

Zeitvorgabe heute: Einfach loslaufen. Nicht unter 3:30 anlaufen. Irgendwie so ein bisschen wie Remscheid angehen. Funktioniert natürlich nicht konsequent. Denn hier ist der Lauf nach 42 Kilometern vorbei, in Remscheid geht es da erst richtig los. Kann es vielleicht sein, dass wir mal wieder etwas spät am Start sind? Zu schlimm ist das heute aber auch nicht. Laufkollege Tom ist sogar so cool, dass er erst noch seine Startnummer vergisst und dann noch einmal zum Auto darf. Aber alles kein Problem. Und nach zwei Minuten sind wir dann auch schon über die Startlinie.

Die Strecke beim Schwarzwaldmarathon ist denkbar einfach beschrieben. Es geht die ersten 21 Kilometer fast nur bergauf, die zweite Hälfte dann fast nur bergab. Insgesamt so etwa 450 Höhenmeter. Keine fiesen Anstiege, alles langgezogene Steigungen. Die ersten sieben Kilometer über das freie Feld, die letzten vier ebenfalls. Dazwischen Wald, Wald und nochmals Wald. Nur dreimal kommt man kurz aus eben dieser riesigen Ansammlung von Bäumen und das ist auch so ein klein wenig das Manko: Lange Geraden, rauf wie runter, Tannen, Fichten, Tannen, Fichten, alles sehr unspektakulär. Muss man mögen.

Die Anfangskilometer sind geprägt von ziemlich überfüllten Feldwegen. Freies Laufen nur sehr eingeschränkt möglich, sicherlich auch weil Halbmarathonis und Marathonis zusammen starten. Macht nicht wirklich Spaß, sorgt für verkrampftes Laufen, nervt bisweilen sogar. Ab Kilometer 7 geht es in den Wald, ein paar Anstiege selektieren das Feld und das Laufen geht leichter.

Kilometer 10 in 52 Minuten, bei Kilometer 12 laufen die Halbis geradeaus weiter während wir rechts abbiegen dürfen. Bis Kilometer 16 nun immer stetig bergan, nie anstrengend, aber diese Höhenmeter summieren sich. Bei Kilometer 18 raus aus dem Wald, ein Dorf, wie schön, und hier auch richtiges Schwarzwaldflair. Pikanterweise auch gleich mit einem sauberen Gefällstück auf Asphalt, sehr erfrischend, danach waren wir wieder alle wach.

Kilometer 20, noch einmal eine Steigung sowie ein Lichtblick und schon ist die Halbmarathonmarke da, glatte 1:50, das ist ok. Daran anschließend weitere 14 Kilometer Wald, Wald und nochmals Wald, nun allerdings immer leicht bergab. Aber Zicke Larsi mag das heute alles nicht besonders, Kilometer 23, eine Gruppe überholt mich unaufgefordert und die Laune geht in den Keller. Der nachfolgende Anstieg liefert gleich das nächste Problem, denn mir ist irgendwie kalt und ich bekomme Hunger.

Und wer mich kennt und weiss, dass ich im Unterzucker auch bisweilen Hallertauer Streuobstwiesen plündere, kann nun die Dramatik der Situation vielleicht besser einschätzen. Zum Glück kommt genau richtig eine Verpflegungsstelle. Und die sind hier perfekt ausgestattet, alles da, was der Läufer mag und braucht. Bananen z.B. schon ab Kilometer 7. Nachfolgend räume ich nun alle fünf Kilometer ordentlich das Buffet ab und komme damit auch gut weiter. Denn es geht wirklich nur noch abwärts, kleinere Gegenanstiege verlangen keinerlei Verausgabung und so geht es munter weiter.

Kilometer 30, nun kommt wieder die Geschichte von dem nur noch zu absolvierenden Feierabendlauf und weil ich aufgrund der ganzen Bäume um mich herum mal wieder etwas Langeweile verspüre, stoppe ich die Zeit des 31stgen Kilometers. Einfach so. 4:50???? Ist das nicht etwas mutig? Keinesfalls, es läuft gar nicht schlecht, bis ins Ziel wird jeder Kilometer in diesem Tempo runtergelaufen, bei Kilometer 34 kurz raus aus dem Wald, tolle, herzliche Stimmung in dieser Ortschaft, nochmal drei Kilometer Wald und dann raus nach – wie passend – Waldhausen.

Die letzten vier Kilometer dann wieder Felder, rein in die Stadt, ab ins Ziel, alles kein Problem. Und sogar das Wasser in den Duschen war noch lauwarm. Man ist ja bescheiden. So wie früher halt.

Fazit: Gut, Tannen und Fichten hab ich zuhause auch genug. Aber so ein Wettkampf ist halt doch etwas anderes. Die Veranstaltung ist schön organisiert, aber man muss diese langen Waldabschnitte mögen. Da wird es in zwei Wochen im Bergischen Land sicherlich deutlich kurzweiliger.

Ach ja, die Zeit: 3:36:57

14.10.07 22:09


Berlin: Vorsichtig zur 3:13:59

Der letzte lange Lauf am Wochenende vor dem Lauf umfasst bei mir immer "nur" zwei Stunden. Da darf eigentlich nichts wehtun, das muss ganz locker gehen. Diesmal war das nicht so. 24 Kilometer mit Uli im heimischen Forst und danach schmerzte alles. Besonders die linke Wade. Die zog ganz übel.

Und auch in der ganzen dann folgenden Woche ging es mir nicht gut. Müde in den Beinen, irgendwie schlapp und alles irgendwie genau so wie damals in Paris. Da donnerte mir bei Kilometer 18 damals ein Schlag in die rechte Wade, so dass bei Kilometer 26 dann ultimativ Feierabend war.

Kurzer Spaziergang am Samstagabend in Berlin. Linke Wade schmerzt. Rechte Wade zieht. Hmmm?

Passend dazu auch noch miserabel geschlafen. Nachts den Rücken irgendwie verzogen. Toll. Mit zwei Bechern Nescafe intus stehe ich Sonntagfrüh in der U2, steige am Potsdamer Platz aus und weiß nicht so recht, was da heute kommen wird.

Zu diesen Menschmengen kann man stehen wie man will. Aber der Start in Berlin ist beeindruckend und sensationell gut organisiert, nach 37 Sekunden bin ich über die Linie und kann sofort fast unbedrängt loslaufen, nur ganz wenige Falschläufer, die sich unkorrekterweise zu weit nach vorne gestellt haben...

Immer wieder toll, die ersten 2,5 Kilometer auf der Straße des 17. Juni. Aber es ist und bleibt heute ein nicht besonders geeigneter Tag für einen Marathon. Kilometer 1 und die Müdigkeit in den Beinen ist schon wieder da. Kilometer 2 und ich habe schon keine Lust mehr. Das muss man sich mal vorstellen, wochenlang trainiert und nachweislich ein Riesenfan von diesem Lauf und dieser Stadt – nun jedoch abgrundtief im psychischen Kohlenkeller... das wird lustig werden.

Ernst-Reuter-Platz, Kilometer 3, kräftige Rechtskurve, ein bisschen Gedränge, ein paar Rempler, nichts dramatisches und dann sticht es durch die linke Wade. Ja genau. Das brauch ich jetzt auch noch. Fantastico, fassen wir zusammen: ich bin müde, mies drauf, meine Wade zickt, ich habe 7362 Leuten von meinem Start erzählt und von diesem Lauf vorgeschwärmt und nun sind es nur noch unterirdisch lächerliche 39 Kilometer bis ins Ziel. Was tun?

Etwas das Tempo rausnehmen? Lachen, locker werden? Runter auf 4:40 pro Km. Das reicht immer noch, um auf den 3:15er-Zugläufer und die nicht ganz kleine Gruppe aufzulaufen. Und was macht man mit derartigen Menschenansammlungen? Genau, irgendwie überholen. Denn wenn diese Gruppe geschlossen an die erste Isostelle sprintet, wird es hektisch. Also vorbeigezuckelt.

Kilometer 6, am Bundeskanzlerinnenamt und dem neuen Hauptbahnhof vorbei, tja, na wenigstens wird es nicht schlimmer in den Haxen. Köstlich, diese Bescheidenheit. Kilometer 8, 9 und 10, Bezirk Mitte, es macht Spaß, 45:23 bei Km 10, das ist ok. Nicht mehr weit und dann steht Angi zum ersten Mal an der Strecke, ziemlich genau bei Kilometer 11 am Alexanderplatz.

300 Meter davor donnert wieder ein Schlag in die Wade, wieder in die linke, ich krieg die Krise. Was macht der Mann? Lachen. Grinsen. Das Foto bei Km 11 zeigt mich absolut locker. Innerlich könnte ich mich jedoch vor Ratlosigkeit übergeben. Sollbruchstelle wie damals in Paris. Schön! Noch lächerliche 31 Kilometer.

Angewandte Psychologie für mittelalte Männer, 1. Praxissemester, Kilometer 12 bis 14, Friedrichshain. Immer so ein wenig der unbekannte Teil der Strecke. Ich diskutiere intern mit meinem linken Unterschenkel. Locker bleiben, nur nicht muskulär überziehen. Dann hält die Wade vielleicht. Kottbusser Tor kommt. U-Bahnhof. Es geht rüber nach Kreuzberg.

Kilometer 15, 1:08, passt. Hermannplatz, Hasenheide, Südstern, Gneisenaustraße, eine ewig lange Gerade. Kennt jeder, der hier schon mal gelaufen ist, in- und auswendig. Tut gut. Lauftechnisch sind diese Kilometer absolutes Niemandsland, noch nicht die Hälfte geschafft, aber egal. Jeder Kilometer ist ein Gewinn. Enjoy the day!

Kilometer 19, die Bahnunterführungen an der Yorckstr, wieder eine Band, sogar etwas Sonne, rüber nach Schöneberg und ich beginne zurück zu rechnen, noch 23 Kilometer, ein gemütlicher Sonntagslauf bei uns durch den dürren Forst. Das kann doch kein Thema sein.

Halbmarathon kommt schnell, Angi steht wieder da, das tut richtig gut, Zeit = 1:36:37, wenn ich nun die zweite Hälfte im 5er-Schnitt laufe, komme ich noch deutlich unter 3:30 rein. Was will ich mehr? Erstes innerliches Grinsen. Ganz leicht. Aber immerhin.

Rathaus Schöneberg, Innsbrucker Platz (und die sensationelle Sambaband), Steglitz, alles leicht bergan, meine Lieblingskilometer, alles kein Problem, Sonne, das Tempo konstant, cool, es macht Spaß!

Kilometer 25, wieder ein glatter 23er-Abschnitt, Breitenbachplatz und dann die letzten paar Meter zum höchsten Punkt der Strecke auf der Lentzeallee, wunderschöne alte Bäume, die an heissen Tagen mit ihrem Schatten so wichtig sind. Heute nicht. Es ist immer noch schön kühl, ab und zu mal einen Becher Wasser über die Rübe schütten, das reicht als Abkühlung.

Das Iso lasse ich immer noch stehen, ich kenn die Marke nicht und bevor ich mir die Sache dann ggf. im wahrsten Sinne des Wortes wieder durch den Kopf gehen lasse, bevorzuge ich dann doch das handelsübliche Leitungswasser. Ein Genuss. Pur. Ich bin oben. Es geht ab sofort runter. Ganz leicht. Und zwar bis Kilometer 36. Sensationell!

Kilometer 27,5. Platz am Wilden Eber. Eine unbeschreibliche Stimmung. Und der immer wieder aussagekräftige Test. Wer dort die tanzenden Mädels noch fehlerfrei erkennen kann, ist kreislauftechnisch noch einigermaßen bei Sinnen und wird somit auch freudenstrahlend das Ziel erreichen. Absolute Hochphase meinerseits!

Leichtes Gefälle auch die folgenden zwei Kilometer. Hohenzollerndamm. Nicht ganz einfach, denn die Straße ist breit, schattenlos und allzuviele Zuschauer gibt es auch nicht. Wer allerdings schon mal in Frankfurt die Mainzer Landstraße genießen durfte, kommt auch hiermit klar. Kurze Haken, Isostelle, ein Stück Banane reingezuckelt und weiter geht es.

Leichte Müdigkeit in den Beinen, noch 12 Kilometer, eine Stunde, schlimmstenfalls, ein Feierabendlauf - ach ja, ist doch alles kein Thema mehr. Das sorgsam mitgeführte Powergel der Sorte Tropical Fruit fliegt gleich auch hinein, aber vorher heißt es noch einmal sorgfältig den rechten Straßenrand zu scannen. Denn dort wartet Angi nochmal. Locker mal eben noch eine Gruppe überholt um auch richtig aufs Foto zu kommen. Wenn für solche Aktionen noch Kraft da ist, kann da nichts mehr passieren. Fein!

"Ich lauf das durch, kein Problem" rufe ich ihr noch zu und schon geht es ab in die Konstanzer Straße, direkt Richtung Ku-Damm. Powergel rein, geschmacklich sowieso am Rande des Existenzminimums, aber der Psychoeffekt dieser schleimigen 108 Kilokalorien ist unübertroffen.

Rechtskurve, jede Menge Zuschauer, Kurfürstendamm, die Beine werden schwer, aber egal, das Tempo passt.

Tauentzienstraße, Kilometer 34, der Powergel wirkt, die leichte Schwächephase ist vorbei, ich ducke mich an den Fotografen vorbei, weiter, weiter, und ab hier kenne ich die Strecke ganz genau. Die sind wir nämlich am Vortag zu unserem Hotel gefahren. Probleme? Ach Quatsch. Ab in die Potsdamer Straße. Leicht bergauf. Egal. Höchstens noch eine halbe Stunde. Das wäre dann 3:18. Cool. Absolut cool.

Der Deal mit meinem linken Unterschenkel hält. Potsdamer Platz, ich krieg die Krise, da joggt ein Babyjogger vor mir her. Rechts vorbei, Zwischenspurt angezogen, raus auf die rechte Seite, denn da kommt die zweite Fotografenwelle. Zum X-tausendsten Mal eine Werbung einer schwedischen Modekette, schicke Frau, schön und gut, aber können die sich nicht mehr als vier Plakate leisten, mit denen sie dann die ganze Stadt tapezieren?

Nochmal Wasser, hektisch-haarsträubende Situationen, da jetzt immer mehr Leute gleich richtig stehen bleiben. Haken schlagen (die Wade hält) und ab in die Leipziger Straße. Ein paar Plattenbauten, ein Businessviertel und bei Kilometer 39,5 kann ich dann an meiner Dusche vorbei laufen. Fischerinsel. Da ist nämlich unser Hotel.

Noch eine Linkskurve, Kilometer 40, Kilometer 41, Unter den Linden. Die Zeit ist egal. Es ist ja nur noch sensationell. Das Brandenburger Tor rückt näher. Immer näher. Höchstens noch 5 Minuten. Toll. Rechts und links Zuschauer. Schick! Noch ein bißchen schneller. Läuft gut. Probleme? Nö! Muskelschmerzen? Ach wo...

Gut zwei, drei Sekunden läuft man durch's Tor. Ein Blick nach oben. Schön hier. Raus aus dem Tor, noch dreihundert Meter bis zum Ziel, Riesenstimmung, einzigartig. Endlich vorbei, endlich geschafft. Ziel. Blick auf die Uhr genau auf der Matte. 3:14:00. Klasse.

Austraben, stehen bleiben, völlig fertig in den Beinen, ziemlich wackelig, Medaille umhängen lassen, Wärmefolie umhängen, ab in den Isobereich. Yabadabadooo!

Zweites Frühstück gefällig? Zwei Becher Wasser, einmal das schon erwähnte bis dato unbekannte Iso (Buaah). Dann lieber etwas bekanntes, ein Riesenbecher RedBull. OK, ich weiß, dem einen oder anderen Mitleser wird jetzt schlecht, aber meine Koffeinabhängigkeit muss schließlich auch zu ihrem Recht kommen.

Ein Blick zum Himmel, sieht nach Regen aus. Also Kleiderbeutel holen, trockene Sachen anziehen und raus aus dem abgezäunten Bereich. Dort gibt es etwas sehr praktisches, nämlich den Familiensammelpunkt. Oder neudeutsch "family reuniting" genannt. Ich ordne mich wahrheitsgemäß dem Buchstaben "B" zu, setze mich auf einen dort praktischerweise vorhandenen Randstein, genieße das soeben erlebte und warte fröhlich grinsend, wenn auch leicht ermüdet darauf, dass mich eine schöne Frau mitnimmt...

Macht sie dann auch, nicht ohne zu erwähnen, dass Haile G schon am Alex gut 20 Minuten vor mir war. Klar. Der ist ja auch Profi. Ich hingegen bin trainingsfaul und dick. Und vielleicht sollte ich keinen Halbmarathon mehr in der direkten Vorbereitung laufen, das tat mir nämlich noch nie gut.

Fein! Es war mal wieder sensationell. Irgendwelche Reisevorschläge für das Frühjahr 2008? Und im Herbst darf ich dann mit meiner 3:13:59 wieder im D-Block in Berlin starten!


2.10.07 22:33


Projektabschluss im Olympiapark

An diesem Wochenende gab es mal wieder etwas ganz Neues im Wettkampfkalender, die deutschen Marathonmeisterschaften der Sparkassen. Das klingt auf den ersten Blick eher unspektakulär, denn allzu viele marathonlaufende Mitarbeiter, die außerhalb der großen Marathons an so einer eigenen Meisterschaft teilnehmen, erwartet man eigentlich nicht. Sind es auch nicht, insgesamt so etwa 300.

Nun gibt es aber im Rahmen dieses Sparkassenmarathons auch noch Meisterschaften über Halbmarathon und 10 Km. Und die Abschlussveranstaltung samt Siegerehrung gilt generell als sensationell. Dazu noch fand die diesjährige Ausgabe in München statt, Laufstrecke im Olympiapark, Party dann in der Olympiahalle. Das wirkte. Über 5000 Teilnehmer meldeten und machten das Ganze zu einer wirklich eindrucksvollen Sache.

Dies führte auch bei uns zu einem wahren Laufboom. 160 Teilnehmer allein von uns, eigenes Projekt mit eigenen Lauftreffs, Coaching, Trainingspläne und und und ... In der Woche vorher drehte sich eigentlich alles nur noch um das Thema "Laufen", Startfieber überall, spezielles Läuferessen im Casino...

Punkt 8:30 am Samstag ist dann allerdings alles wie immer. Im Startblock weit vorne eingereiht, die Uhr startklar, 2 Runden durch den Olympiapark für mich - also Halbmarathon. Die Erkältung in der Vorvorwoche war ein Dämpfer für meine Erwartungen, die aufgrund der schlechten Zeiten in Straubing und Dachau sowieso schon eher verhalten waren. Es bleibt somit wieder bei der in diesem Jahr sooft eingesetzten Taktik, mit 4:10 bis 4:15 loszulaufen und dann bei Km 10 und 14 spontan zu entscheiden, wie es weitergehen soll.

Erfrischende Auswirkungen auf die Renntaktik hat allerdings auch der Umstand, dass man nun mit bzw. gegen die eigenen Kollegen läuft. Diesmal zählt nämlich nicht nur die Zeit, sondern auch die Platzierung.

Egal, es geht los, ruckizucki weggekommen, die ersten beiden Kilometer viel zu schnell (3:50 + 3:55 = 7:45), rüber zum See, Wendeschleife mit der Gelegenheit, doch gleich mal das Teilnehmerfeld optisch zu inspizieren.

Gleich mal positiv: Die Beine sind locker. Nicht einer von den Halbmarathons, bei denen die Knochen schon nach zwei, drei Kilometern schwer sind. Da gab es heuer schon einige Beispiele (Oettingen, Gröbenzell) und an diese Läufe möchte ich mich gar nicht mehr erinnern.

Über die Brücke geht's in den nördlichen Teil des Parks, Kilometer 3 bei 12:00, Kilometer 5 in 20:10(!). Oha! Ist ja wohl doch etwas mutig. Vielleicht ein wenig vom Gas gehen?

Kommt automatisch. Kurzer fieser Anstieg bei Kilometer 6, zweiter längerer Anstieg dann über die Brücke zurück zwischen Olympiahalle und Stadion hindurch. Da geht das Tempo automatisch runter. Unten sieht man den riesigen Pulk der soeben gestarteten 10Km-Läufer, ca. 2500. Das wird noch sehr sehr spannend, denn mit unseren Zeiten werden wir auf der zweiten Runde gegen Ende dann auf das 10er-Feld auflaufen. Über das zu erwartende Chaos gingen die Meinungen im Vorfeld stark auseinander.

Die bisher doch durchaus vorhandene Lockerheit entschwindet nun ein wenig, der Abschnitt im südlichen Teil des Parks fällt schwer, die Kilometer liegen im Schnitt bei 4:15 und es wird zunehmend härter, das Tempo zu halten. Von einer Motivationskrise ist noch nicht zu reden, aber so richtig läuft es nicht.

Bei Km 10 sieht man das auch auf der Uhr, 41:15 ergibt einen 5er-Abschnitt von 21:05, ist ok, aber die Müdigkeit macht mir Sorgen, zumal ich nun auch nur noch überholt werde. Halbzeit bei ca. 43:20, nicht schlecht und es geht nun auf die zweite Runde.

Und wie das oft so ist, plötzlich geht es wieder. Einfach an zwei der Jungs drangehängt, die mich eben noch dreistigerweise zu überholen wagten und da ist er wieder, der alte Kämpfergeist. Km 12 in 4:03, Km 13 in 4:07, Km 14 in 4:04, na also...

57:44 zeigt die Uhr, ähnlich wie neulich in Stuttgart, d.h. sub 1:30 ist gebongt, könnte eine 1:27 werden, also mal weiter Gas geben. Ich erwische auf dem Rückweg eine gute Gruppe mit fünf, sechs Leuten, so dass das Tempo auch am Anstieg hoch bleibt. Die nachfolgende Verpflegungsstelle dann allerdings sprengt die Gruppe, denn da rase ich einfach mit Vollgas durch - bei 12 Grad und leichtem Wind brauche ich heute nichts. Nochmal über die Brücke hoch, Km 17 kommt, geht schon, besser als auf der ersten Runde und es werden jetzt mehr und mehr 10er-Läufer, die wir überholen müssen.

Noch geht das eigentlich ganz gut, die Wege sind breit, auch bis Km 19 kein Problem. Tempo weiterhin hoch, aber irgendwie fällt es doch schwer. Km 20 in 1:22:40, mit einem sensationellen Endspurt könnte das noch ganz knapp eine 1:26 geben, aber das können wir gleich abhaken, denn jetzt geht es nur noch im Zickzack durch das Riesenfeld der 10er, die in diesem Abschnitt so etwa 7 Min / Km laufen. Was da los ist, wenn man von hinten mit einem 4er-Schnitt ankommt, nun ja...

Da es sich jedoch zum Großteil um attraktive Läuferinnen handelt, schreien wir uns jetzt mit unserer Vierergruppe auch nicht - wie sonst üblich - den Weg frei, ein fröhliches "Vorsicht" ist da schon das allerdeutlichste. Nichtsdestotrotz ist das Slalomlaufen natürlich völlig übel, rein ins Marathontor, rein ins Stadion und auf der Außenbahn(!) herum irgendwie ins Ziel gerannt, Endzeit 1:27:32, d.h. die letzten 1,1 Kilometer in sage und schreibe 4:52(!!!!!) - und trotzdem völlig am Ende.

Fein. Gesamtrang 45 unter gut 1500 Teilnehmern und die Kraft reicht auch noch für die Abschlussparty am Abend. Da wurde dann schon auf den Sparkassenmarathon 2008 hingewiesen. Diesmal in Darmstadt. Wir freuen uns drauf!

9.9.07 09:30


Das niederbayerische Himmelfahrtskommando

Als wäre der 10er in Dachau nicht schon schwer genug gewesen. Beim darauffolgenden langen Sonntagslauf auf den Altmühltaler Höhen kam uns tatsächlich die Idee, ein weiteres Highlight des bayerischen Sommerwettkampfkalenders zu besuchen, den Gäubodenvolksfestlauf im schönen Straubing.

Vielleicht war es nur die geistige Umnachtung zu so früher Stunde. Schließlich ist ein Trainingslauf morgens um 6 nur mit viel Kaffee durchzustehen. Eventuell war es aber doch der Sauerstoffrausch auf der "fast flachen" Strecke. Höhenkoller am Wäschehartl oder so... in Erinnerung an rauschende Feste dort vor zigtausend Jahren... doch egal, die Onlineanmeldung ging noch am selben Tag raus, denn in Straubing muss man die Kohle nicht vorher überweisen, sondern zahlt erst am Veranstaltungstag selbst...

Die neue Heimat im altbajuwarischen Kernland hat ja zweifelsfrei auch ihre Vorteile. Zum Beispiel die ganzen Feiertage. Während also der Rest der Republik am Mittwoch in die Arbeit stürmte, durften wir nach Straubing fahren. Zum Trost für all die berufstätigen Mitleser aus der alten Heimat: Wahrscheinlich sind wir vor Euch aufgestanden. Denn bereits um 6:50 fuhr der Abholservice namens Moister Maddin vor der Casa in der Südstadt vor und für 9 Uhr war bereits der Start angesetzt.

Letzteres hat auch seinen Sinn. Denn ein Großteil der Strecke führt baum-
und strauchlos über die Felder, bretteben, superschnell, aber eben auch
extrem witterungsanfällig. Da macht es sich schon gut, wenn der Tag
bewölkt anfängt. Kaum zu glauben, es waren 30 Grad und Sonne angesagt und dann Wolken. Kurz vor dem Start nieselte es sogar ganz
leicht - einfach perfekt.

Anlauftempo exakt wie in Dachau. Und es lief genauso schief wie am
Samstag zuvor. Die ersten drei Kilometer perfekt und dann zerbröselte
es mich bei einem Überholmanöver etwa bei Kilometer 4. Der Rest ist
schnell erzählt, bis Kilometer 8 verrannen die Sekunden wieder einmal
Stück für Stück, doch wenigstens die letzten beiden Schlusskilometer
waren dann wieder akzeptabel (d.h. zumindest unter 4:00).

Und überholt hat mich dann auch niemand. Kunststück, die schnellen
Leute waren ja schon längst an mir vorbei gezogen. Aber ein Blick nach
hinten, ob irgendwelche Läufer aus dem Landkreis nicht eventuell doch
noch auf mich auflaufen könnten, musste dann doch sein.

Ins Ziel mit 40:07, ach ja, macht nichts, hauptsache ein schneller Lauf.
Brezn essen, Tee trinken, Duschen, ab nach Hause. Vorbei an vielen
Voilksfestbesuchern und dem dazugehörigen Stau. Und pünktlich beim
Verlassen des schönen Straubings scheint dann auch die Sonne und
es wird noch ein richtig heisser Tag. Perfektes Timing. Schöner Lauf!


19.8.07 10:29


Um eine Sekunde verbessert....

Es gibt Veranstaltungen, da passt eigentlich alles. Prima Organisation, schnelle Strecke, unkomplizierte Anfahrt, Zuschauer, Spaß, alles da. Nur die erreichten Zeiten lassen mich rätseln...

Dachau ist so ein Lauf. Die Veranstaltungen des ASV sind erstklassig und so dachte ich mir in diesem Jahr, der alljährliche 10-Km-Lauf Mitte August könnte ja mal dort absolviert werden. Die beiden anderen Möglichkeiten (Roth und Straubing) hatte ich ja bereits in den Vorjahren besucht.

Das Wetter schien günstig. Keine Hitzeschlacht, eher bewölkt, vielleicht sogar Regen, die Aussichten waren also nicht schlecht. Die Meldungen aus dem Verkehrsfunk schon eher. Urlaubsreisechaos auf der A9, es galt also ein paar altbewährte Schleichwege zu befahren, was letztendlich auch ganz gut gelang.

Ein paar Minuten in Dachau, einen Becher Kaffee zwecks Erreichen des "Hallo-Wach"-Status reingeschüttet und dann schon raus zum Einlaufen. Im Gegensatz zum Frühjahrslauf, der aus einer großen Runde über die Felder besteht, werden im August drei unterschiedlich lange Runden hintereinander gelaufen. Alles - bis auf eine Baustelle - vorbildlich asphaltiert und eigentlich auch flach.

Erste Runde ca. 2,3 Kilometer, Start ohne ernsthafte Probleme und zu warm war es uns auch nicht. Kurz vorher gab es nämlich einen richtigen Wolkenbruch, so dass wir alle klatschnass waren. Ich laufe einfach mal auf 38:59 an, nach der 39:18 in Pfaffenhofen wäre alles andere einfach feige (oder doch klug?) und das funktioniert in der ersten Runde auch ganz gut.

Km 3 in 11:40, absolut ok, aber das war es dann auch schon. Ob es nun die ganz leichte Steigung auf der Gröbenrieder Straße war oder doch nur das überzogene Anfangstempo, keine Ahnung. Auf jeden Fall holt mich der Km mit 4:07 böse wieder in die Realität zurück und auch die Zwischenzeit bei Kilometer 5 (19:45) sorgt nicht wirklich für gute Laune.

Und dann noch zum Schluss die ewig lange Gerade, die ich auch beim Frühjahrslauf schon so gehasst habe. Ende der zweiten Runde, irgendwie überhaupt keine Lust mehr, aber es geht noch einmal raus aus Dachau, wieder die Gröbenrieder Straße "rauf", fluchend, röchelnd, kämpfend und wieder zurück in den Ort.

Zumindest überholt mich auf den letzten 500 Metern niemand mehr und es reicht dann für eine 40:26. Genau eine Sekunde schneller als letztes Jahr beim Frühjahrslauf. Es ist ja einfach nur unterirdisch.

Fazit: War einfach nichts. Kann passieren. Und erstaunlicherweise war niemand mit seiner Zeit an diesem Tag zufrieden.
18.8.07 16:45


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