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Projektabschluss im Olympiapark

An diesem Wochenende gab es mal wieder etwas ganz Neues im Wettkampfkalender, die deutschen Marathonmeisterschaften der Sparkassen. Das klingt auf den ersten Blick eher unspektakulär, denn allzu viele marathonlaufende Mitarbeiter, die außerhalb der großen Marathons an so einer eigenen Meisterschaft teilnehmen, erwartet man eigentlich nicht. Sind es auch nicht, insgesamt so etwa 300.

Nun gibt es aber im Rahmen dieses Sparkassenmarathons auch noch Meisterschaften über Halbmarathon und 10 Km. Und die Abschlussveranstaltung samt Siegerehrung gilt generell als sensationell. Dazu noch fand die diesjährige Ausgabe in München statt, Laufstrecke im Olympiapark, Party dann in der Olympiahalle. Das wirkte. Über 5000 Teilnehmer meldeten und machten das Ganze zu einer wirklich eindrucksvollen Sache.

Dies führte auch bei uns zu einem wahren Laufboom. 160 Teilnehmer allein von uns, eigenes Projekt mit eigenen Lauftreffs, Coaching, Trainingspläne und und und ... In der Woche vorher drehte sich eigentlich alles nur noch um das Thema "Laufen", Startfieber überall, spezielles Läuferessen im Casino...

Punkt 8:30 am Samstag ist dann allerdings alles wie immer. Im Startblock weit vorne eingereiht, die Uhr startklar, 2 Runden durch den Olympiapark für mich - also Halbmarathon. Die Erkältung in der Vorvorwoche war ein Dämpfer für meine Erwartungen, die aufgrund der schlechten Zeiten in Straubing und Dachau sowieso schon eher verhalten waren. Es bleibt somit wieder bei der in diesem Jahr sooft eingesetzten Taktik, mit 4:10 bis 4:15 loszulaufen und dann bei Km 10 und 14 spontan zu entscheiden, wie es weitergehen soll.

Erfrischende Auswirkungen auf die Renntaktik hat allerdings auch der Umstand, dass man nun mit bzw. gegen die eigenen Kollegen läuft. Diesmal zählt nämlich nicht nur die Zeit, sondern auch die Platzierung.

Egal, es geht los, ruckizucki weggekommen, die ersten beiden Kilometer viel zu schnell (3:50 + 3:55 = 7:45), rüber zum See, Wendeschleife mit der Gelegenheit, doch gleich mal das Teilnehmerfeld optisch zu inspizieren.

Gleich mal positiv: Die Beine sind locker. Nicht einer von den Halbmarathons, bei denen die Knochen schon nach zwei, drei Kilometern schwer sind. Da gab es heuer schon einige Beispiele (Oettingen, Gröbenzell) und an diese Läufe möchte ich mich gar nicht mehr erinnern.

Über die Brücke geht's in den nördlichen Teil des Parks, Kilometer 3 bei 12:00, Kilometer 5 in 20:10(!). Oha! Ist ja wohl doch etwas mutig. Vielleicht ein wenig vom Gas gehen?

Kommt automatisch. Kurzer fieser Anstieg bei Kilometer 6, zweiter längerer Anstieg dann über die Brücke zurück zwischen Olympiahalle und Stadion hindurch. Da geht das Tempo automatisch runter. Unten sieht man den riesigen Pulk der soeben gestarteten 10Km-Läufer, ca. 2500. Das wird noch sehr sehr spannend, denn mit unseren Zeiten werden wir auf der zweiten Runde gegen Ende dann auf das 10er-Feld auflaufen. Über das zu erwartende Chaos gingen die Meinungen im Vorfeld stark auseinander.

Die bisher doch durchaus vorhandene Lockerheit entschwindet nun ein wenig, der Abschnitt im südlichen Teil des Parks fällt schwer, die Kilometer liegen im Schnitt bei 4:15 und es wird zunehmend härter, das Tempo zu halten. Von einer Motivationskrise ist noch nicht zu reden, aber so richtig läuft es nicht.

Bei Km 10 sieht man das auch auf der Uhr, 41:15 ergibt einen 5er-Abschnitt von 21:05, ist ok, aber die Müdigkeit macht mir Sorgen, zumal ich nun auch nur noch überholt werde. Halbzeit bei ca. 43:20, nicht schlecht und es geht nun auf die zweite Runde.

Und wie das oft so ist, plötzlich geht es wieder. Einfach an zwei der Jungs drangehängt, die mich eben noch dreistigerweise zu überholen wagten und da ist er wieder, der alte Kämpfergeist. Km 12 in 4:03, Km 13 in 4:07, Km 14 in 4:04, na also...

57:44 zeigt die Uhr, ähnlich wie neulich in Stuttgart, d.h. sub 1:30 ist gebongt, könnte eine 1:27 werden, also mal weiter Gas geben. Ich erwische auf dem Rückweg eine gute Gruppe mit fünf, sechs Leuten, so dass das Tempo auch am Anstieg hoch bleibt. Die nachfolgende Verpflegungsstelle dann allerdings sprengt die Gruppe, denn da rase ich einfach mit Vollgas durch - bei 12 Grad und leichtem Wind brauche ich heute nichts. Nochmal über die Brücke hoch, Km 17 kommt, geht schon, besser als auf der ersten Runde und es werden jetzt mehr und mehr 10er-Läufer, die wir überholen müssen.

Noch geht das eigentlich ganz gut, die Wege sind breit, auch bis Km 19 kein Problem. Tempo weiterhin hoch, aber irgendwie fällt es doch schwer. Km 20 in 1:22:40, mit einem sensationellen Endspurt könnte das noch ganz knapp eine 1:26 geben, aber das können wir gleich abhaken, denn jetzt geht es nur noch im Zickzack durch das Riesenfeld der 10er, die in diesem Abschnitt so etwa 7 Min / Km laufen. Was da los ist, wenn man von hinten mit einem 4er-Schnitt ankommt, nun ja...

Da es sich jedoch zum Großteil um attraktive Läuferinnen handelt, schreien wir uns jetzt mit unserer Vierergruppe auch nicht - wie sonst üblich - den Weg frei, ein fröhliches "Vorsicht" ist da schon das allerdeutlichste. Nichtsdestotrotz ist das Slalomlaufen natürlich völlig übel, rein ins Marathontor, rein ins Stadion und auf der Außenbahn(!) herum irgendwie ins Ziel gerannt, Endzeit 1:27:32, d.h. die letzten 1,1 Kilometer in sage und schreibe 4:52(!!!!!) - und trotzdem völlig am Ende.

Fein. Gesamtrang 45 unter gut 1500 Teilnehmern und die Kraft reicht auch noch für die Abschlussparty am Abend. Da wurde dann schon auf den Sparkassenmarathon 2008 hingewiesen. Diesmal in Darmstadt. Wir freuen uns drauf!

9.9.07 09:30





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