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Feldwege im Altmühltal

Neben mir wird ein hochkritisches Thema diskutiert. Der Gurt des Gelflaschen-durch-die-Gegend-schlepp-Gürtels hat wohl die echt unangenehme Eigenschaft, das darunterliegende T-Shirt mechanisch anzugreifen, sprich aufzurauhen… Ja so etwas aber auch! Deswegen der Ansatz, den Gurt mit Küchenpapier(!!) zu umwickeln… Wie das wohl auf Regen, Wasser aus dem Schwamm oder gar Schweiß reagieren wird? Köstlich…

Wozu man(n)/frau allerdings heute einen Gel-/Getränkegürtel braucht, erschließt sich mir leider nicht. Die moderate Wärme von 22 Grad dürfte auf der bekannt schattenlosen Strecke im Altmühltal sicherlich zum Schwitzen provozieren, aber eine Hitzeschlacht wird es bestimmt nicht. Und der Veranstalter hat immerhin fünf Isostellen aufgebaut, alles vorbildlich…

Ach ja, ich stehe am Start des 3. Jura-Halbmarathons in Beilngries im schönen Altmühltal. Als Rahmenprogramm wird auch ein so genannter Fun-Run angeboten, deklariert als 10er, in Wahrheit aber nur 9,5 Kilometer. Früher hätte ich mich über einen derartigen Etikettenschwindel aufgeregt, mit zunehmender altersbedingter Ruhe nimmt man das mittlerweile aber viel gelassener.

Für mich bedeutet das den dritten Wettkampf innerhalb von sieben Tagen und schon beim Warmlaufen merke ich eine latent vorhandene Muskelmüdigkeit… ach, was tue ich eigentlich hier… richtig, mein im Voraus gebuchtes Funktionsshirt wollte ich dann nun doch nicht faulheitsbedingt verfallen lassen.

Das bunt gemischte Volk wird pünktlich um 17 Uhr auf die Strecke geschickt, alles ohne Probleme, denn die ersten 800 Meter führen stadtauswärts auf der Ingolstädter Straße, besser geht es nicht, das Feld verteilt sich schnell und alles läuft prima.

Bei Kilometer 1 (3:50) geht’s in die Felder und dort grünt und blüht so ziemlich alles, was der geneigte Heuschnupfenpatient mag, Gräser, Getreide, die volle Bandbreite. Dazu ein staubiger Schotterweg und Sonne von oben sowie Wind von hinten. Doch erstaunlicherweise macht mir das heute nichts. Km 2 in 7:50, alles im Plan, das Feld sortiert sich, schöne Ausblicke nach rechts und links auf die Hänge des Juras, feine Sache.

Kurz vor Kilometer 3 tauschen wir zu meiner Freude den Schotter gegen einen astrein asphaltierten Wirtschaftsweg ein und es geht ganz leicht bergab nach Kottingwörth, einem Dorf zwischen Beilngries und Dietfurt…

Dort teilen sich die Strecken, die Halbmarathonis laufen weiter und wir wieder zurück nach Beilngries. Erste Isostelle, und wo kommt denn jetzt auf einmal dieser Gegenwind her, dazu noch leicht bergauf und auf Split?

Km 5 in 19:46 und wir sind nicht mehr allzu viele auf der Strecke. Ganz weit entfernt ein einzelner Läufer, kurz vor mir eine Dreiergruppe und knapp hinter mir noch ein einzelner Läufer… Die folgenden Kilometer beschäftige ich mich nun damit, die Gruppe vor mir nicht aus den Augen zu verlieren. Der Hintermann fällt etwas zurück - die Kilometer 6 und 7 bieten wieder gut zu laufende Feldwege südlich von Beilngries - und entgegen des Gefühls beim Warmlaufen läuft es heute richtig gut.

Kilometer 8 - wieder in Beilngries auf der Ingolstädter Straße - noch eine Isostelle und die nutze ich traditionsgemäß, um an die Gruppe vor mir ranzukommen. Einer der drei ist schon vorne weggelaufen, den dritten überhole ich jetzt und mit dem mittleren Kollegen werde ich mich nun auf den restlichen 1500 Metern fröhlich duellieren…

Die freundlichen Männer in grün weisen uns den Weg nach links und es kommt nun noch eine Extraschleife, damit wir quasi von der anderen Seite in die Altstadt hineinlaufen. Die Ecken und Kanten verleiten nicht gerade dazu, frühzeitig einen Endspurt anzusetzen, doch spätestens beim Km 9-Schild geht’s los… noch eine Kurve, dann kommt die Altstadt mit dem Stadttor und ich ziehe los… ein paar Meter vorneweg… mal sehen.

Das hätte ganz schön schief gehen können, denn es sind dann immer noch gut 300 Meter zum Ziel und gegen einen Mittelstreckler würde ich jetzt echt Probleme bekommen. Aber es reicht.

Super Stimmung im Zieleinlauf, prima Verpflegung, nette Leute, ein wirklich schöner Lauf. Platz 6 im Gesamtklassement ist bei gerade mal 30 Leuten im Ziel nicht wirklich bedeutend, aber die Zeit ist ok: 37:25.

Spannend hingegen wird es nächste Woche in Stuttgart: Da wird’s dann wirklich ein Halbmarathon. Vielleicht nehm ich ja auch mal ne Rolle Küchenpapier mit ;-)


17.6.07 14:38
 


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