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Bräunlingen: Es gibt keine Trainingsmarathons

Warum nicht statt des ansonsten obligatorischen 35ers gleich einen ganzen Marathon laufen? Wohlgemerkt, nicht als sogenannten Trainingsmarathon. Denn so etwas gibt es zumindestens für mich nicht. Marathon ist Marathon. Immer spannend, immer eine Herausforderung. Und niemals nur Training.

Schon vor einiger Zeit kam das Gespräch auf den Schwarzwaldmarathon in Bräunlingen, südlicher Schwarzwald, gut 40 Kilometer vor Schaffhausen. Eine Tagestour, die um 5:15 beginnen und um 17:30 enden sollte. Ein Traditionslauf, ein sogenannter Klassiker im Laufkalender. Diese Veranstaltung ist doch tatsächlich älter als ich, erste Austragung war 1968.

Mit dieser Art von Läufen habe ich zumindest manchmal so ein kleines Akzeptanzproblem. Denn oft wirken diese Veranstaltungen etwas angestaubt und so manches läuft halt so wie immer. Teilweise ist das alles auch ein wenig spartanisch, denn früher waren die Läufer ja sowieso viel schneller, härter und bescheidener.

Nichstdestotrotz fröhlich pfeiffend um ca. 8:15 vor Ort aus dem Auto raus und das war bei 0 Grad schon ein wenig gewöhnungsbedürftig. Ausgabe der Startnummern und der Speziallaufsocken „made im Sauerland“ völlig unproblematisch und auch die Wahl der heutigen Laufkleidung war schnell erledigt. Kurz. T-Shirt und ganz kurze Hose. Denn sobald die Sonne rauskommen würde, wären 15 Grad dann kein Problem.

Zeitvorgabe heute: Einfach loslaufen. Nicht unter 3:30 anlaufen. Irgendwie so ein bisschen wie Remscheid angehen. Funktioniert natürlich nicht konsequent. Denn hier ist der Lauf nach 42 Kilometern vorbei, in Remscheid geht es da erst richtig los. Kann es vielleicht sein, dass wir mal wieder etwas spät am Start sind? Zu schlimm ist das heute aber auch nicht. Laufkollege Tom ist sogar so cool, dass er erst noch seine Startnummer vergisst und dann noch einmal zum Auto darf. Aber alles kein Problem. Und nach zwei Minuten sind wir dann auch schon über die Startlinie.

Die Strecke beim Schwarzwaldmarathon ist denkbar einfach beschrieben. Es geht die ersten 21 Kilometer fast nur bergauf, die zweite Hälfte dann fast nur bergab. Insgesamt so etwa 450 Höhenmeter. Keine fiesen Anstiege, alles langgezogene Steigungen. Die ersten sieben Kilometer über das freie Feld, die letzten vier ebenfalls. Dazwischen Wald, Wald und nochmals Wald. Nur dreimal kommt man kurz aus eben dieser riesigen Ansammlung von Bäumen und das ist auch so ein klein wenig das Manko: Lange Geraden, rauf wie runter, Tannen, Fichten, Tannen, Fichten, alles sehr unspektakulär. Muss man mögen.

Die Anfangskilometer sind geprägt von ziemlich überfüllten Feldwegen. Freies Laufen nur sehr eingeschränkt möglich, sicherlich auch weil Halbmarathonis und Marathonis zusammen starten. Macht nicht wirklich Spaß, sorgt für verkrampftes Laufen, nervt bisweilen sogar. Ab Kilometer 7 geht es in den Wald, ein paar Anstiege selektieren das Feld und das Laufen geht leichter.

Kilometer 10 in 52 Minuten, bei Kilometer 12 laufen die Halbis geradeaus weiter während wir rechts abbiegen dürfen. Bis Kilometer 16 nun immer stetig bergan, nie anstrengend, aber diese Höhenmeter summieren sich. Bei Kilometer 18 raus aus dem Wald, ein Dorf, wie schön, und hier auch richtiges Schwarzwaldflair. Pikanterweise auch gleich mit einem sauberen Gefällstück auf Asphalt, sehr erfrischend, danach waren wir wieder alle wach.

Kilometer 20, noch einmal eine Steigung sowie ein Lichtblick und schon ist die Halbmarathonmarke da, glatte 1:50, das ist ok. Daran anschließend weitere 14 Kilometer Wald, Wald und nochmals Wald, nun allerdings immer leicht bergab. Aber Zicke Larsi mag das heute alles nicht besonders, Kilometer 23, eine Gruppe überholt mich unaufgefordert und die Laune geht in den Keller. Der nachfolgende Anstieg liefert gleich das nächste Problem, denn mir ist irgendwie kalt und ich bekomme Hunger.

Und wer mich kennt und weiss, dass ich im Unterzucker auch bisweilen Hallertauer Streuobstwiesen plündere, kann nun die Dramatik der Situation vielleicht besser einschätzen. Zum Glück kommt genau richtig eine Verpflegungsstelle. Und die sind hier perfekt ausgestattet, alles da, was der Läufer mag und braucht. Bananen z.B. schon ab Kilometer 7. Nachfolgend räume ich nun alle fünf Kilometer ordentlich das Buffet ab und komme damit auch gut weiter. Denn es geht wirklich nur noch abwärts, kleinere Gegenanstiege verlangen keinerlei Verausgabung und so geht es munter weiter.

Kilometer 30, nun kommt wieder die Geschichte von dem nur noch zu absolvierenden Feierabendlauf und weil ich aufgrund der ganzen Bäume um mich herum mal wieder etwas Langeweile verspüre, stoppe ich die Zeit des 31stgen Kilometers. Einfach so. 4:50???? Ist das nicht etwas mutig? Keinesfalls, es läuft gar nicht schlecht, bis ins Ziel wird jeder Kilometer in diesem Tempo runtergelaufen, bei Kilometer 34 kurz raus aus dem Wald, tolle, herzliche Stimmung in dieser Ortschaft, nochmal drei Kilometer Wald und dann raus nach – wie passend – Waldhausen.

Die letzten vier Kilometer dann wieder Felder, rein in die Stadt, ab ins Ziel, alles kein Problem. Und sogar das Wasser in den Duschen war noch lauwarm. Man ist ja bescheiden. So wie früher halt.

Fazit: Gut, Tannen und Fichten hab ich zuhause auch genug. Aber so ein Wettkampf ist halt doch etwas anderes. Die Veranstaltung ist schön organisiert, aber man muss diese langen Waldabschnitte mögen. Da wird es in zwei Wochen im Bergischen Land sicherlich deutlich kurzweiliger.

Ach ja, die Zeit: 3:36:57

14.10.07 22:09
 


bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Manja / Website (14.10.07 22:30)
Hallo,
schönen Blog hast du dir hier errichtet,
finde ich richtig supi^^

schau doch auch mal bei meinem vorbei
http://jakubick.myblog.de

Gruß manja^^


Manu / Website (19.10.07 14:29)
Du bist ja ein unheimlicher Gesell, Lars. Ich kann immer nur staunen, was andere leute so wegstecken, schnell mal eben noch nen Schwarzwaldmarathon, demnächst dann mal so nen kleinen Röntgen-Lauf...da komme ich mir klein und mickerig vor, wie sich das gehört, wenn man immer noch Berlin in den Knochen spürt und einen auf totales Weichei mimt, 4 Wochen trainingsfaul geplant hat und seine letzten Kräfte beim Ungeziefererledigen verpulvert...ach so, kannst Du ja nicht wissen...ich sach nur Motten!
Herzlichen Glückwunsch und dann kann der Röntgenlauf ja kommen;-)
Gruß
Manu


Lars (19.10.07 18:47)
Nun, Manu, das mit dem Wegstecken gilt auch bei mir nicht immer. Der Lauf war muskulär eigentlich keine Sache, schon am Montag waren die Beine wieder locker. Aber irgendwie haben wir uns mit dem Wetter verschätzt und so war es auf der zweiten Streckenhälfte bei Hochnebel und Gegenwind verdammt kalt.

Mit dem Ergebnis, dass am Dienstag sich mit fröhlichem Halskratzen eine Erkältung ankündigte, die ich dann jetzt an diesem Wochenende auskurieren darf. Nicht schlimm, aber nervig.

Was aber natürlich auch bedeutet, dass Remscheid somit leider ausfallen muss. Angesichts des wirklich schönen Laufes natürlich schade, letztendlich aber nicht zu ändern. Und ich werde die Zeit nutzen um meinen ultimativen "37:29 müssen her - egal wie"-Trainingsplan zu entwerfen... :-)))

Schöne Grüße
Lars


Manu / Website (21.10.07 16:28)
"37:29 müssen her - egal wie"-
So ist die Erkältung bestimmt noch für was gut! Auskurieren, Plan austüfteln und dann nur noch laufen, was auf dem papier (oder Bildchirm) steht;-)
Ich habe mir überlegt, dass ich erstmal mit den Unterdistanzen anfange. Also schaue ich im November mal, was auf 5 Kilometern geht. Derzeit geht jedenfalls kaum was, aber ich bin ja auch noch in der erweiterten Regenerationsphase. Der Körper ist irgendwie auf faul und schwerfällig gepolt.
Gute Besserung jedenfalls, und falls Du einen Tipp hast, was man noch für 5 km trainieren kann auf die Schnelle - also Intervalle, aber lieber 1000er oder 400er, oder beides, oder ganz ws anderes?dann her damit!
Gruß
Manu

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